Donaukurier 21.11.2022

https://www.donaukurier.de/lokales/landkreis-roth/csu-landtagsabgeordneter-volker-bauer-positioniert-sich-fuer-das-muna-gelaende-als-standort-des-ice-werks-7603223

Volker Bauer möchte das ICE-Werk auf der Muna sehen, weil das bayrische Umweltministerium sage, „dass Muna Nord durch potenziell grundwassergefährdende Kontamination keine intakte Natur ist“. Wertlos also in seinen Augen, kann für ein ICE-Werk ruhig zubetoniert werden? Das Umweltministerium aber untersteht Herrn Thorsten Glauber, Freie Wähler. Warum äußert sich dieser nicht zum nachweislichen Zustand der Muna? Warum ist dieser nicht bei der Begehung der Muna anwesend? Und selbst wenn es eine solche Erklärung des bayrischen Umweltministers gäbe, so interessieren mich als Anwohner nicht mögliche Kampfmittelreste, die dort unberührt im Boden schlummern, eventuell das dortige Grundwasser kontaminieren, weil die Brunnen aus dem Bereich Muna für die Gemeinde Wendelstein sowieso schon lange abgestellt sind. Was mich aber interessiert ist, dass auf der Muna noch ganz andere Gefahren für die Bewohner, die in ihrem weiten Umfeld wohnen, lauern: Lost, also Senfgas im Giftgas-Sarkophag. Kampfmittel, die die US-Truppen mangels Alternative dorthin nach dem zweiten Weltkrieg unsachgemäß entsorgt haben. Und von der Räumung genau dieses Giftgas-Sarkophags, an den die DB bis auf 40m heranbauen will, sprechen eben weder die DB noch Herr Bauer oder Herr Edelhäußer. Der Artikel vermittelt eine Meinungsmache von CSU und DB pro ICE-Werk auf der Muna, ohne die wahren Fakten zu nennen, abschließende Fachgutachten vorzulegen oder gar die Entscheidungsfindung der Regierung Mitttelfranken im aktuell laufenden Raumordnungsverfahren bezüglich aller drei (gleich zu behandelnden) Standorte zu respektieren!

Letztendlich sehe ich in der Muna etwas ganz anderes als eine wertlose, kontaminierte Fläche:

Wertvollen, seit über 70 Jahren unberührt gewachsenen, gesetzlich geschützten Bannwald, der hier zwischen der überbauten, an Grünflächen armen Großstadt Nürnberg und den Gemeinden im Umland leise und ohne uns zu beanspruchen unbezahlbare Dienste für uns leistet: Er kühlt unser Klima! Egal, was unter ihm an Kampfmitteln schlummert oder im Sarkophag lauert, das uns seit über 70 Jahren NICHT gefährdet. Wollen wir es riskieren, Dinge, die wir vielleicht bei Erschütterungen eines Großbaus für ein ICE-Werk nicht mehr kontrollieren können, zu wecken, nur um dann alles zu verlieren? Deswegen möchte ich für eine andere Umgehensweise mit der Muna werben: Sanierung des Giftgas-Sarkophags ja aber nicht zum Preis eines Greenwashing-ICE-Werks, sondern mit anschließender Aufforstung. Und dann sollen bitte DB und Politiker die Gesetze unseres Freistaates ausnahmslos respektieren, heißt Bannwald untersteht aus guten Gründen dem höchsten gesetzlichen Schutz in Bayern und deswegen muss er unangetastet bleiben, ungeachtet wirtschaftlicher oder politischer Interessen! Eigentlich in Zeiten des spürbaren Klimawandels eine Selbstverständlichkeit!

Sabine Kronmeister

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