Positiv zum Bericht „Keine intakte Natur auf der Muna?“ ist zu bemerken,
dass hier zumindest die Schlagzeile aus anderen Regionalblättern in eine
Frage abgewandelt wurde. Das ist aber auch schon alles, bei einem so
fragwürdigen Artikel, der in meinen Augen in vielen Punkten einem
seriösen Journalismus nicht gerecht wird. Und Fragen tun sich mir als
einer Anwohnerin, die das politische Schmierentheater um das ICE-Werk
schon lange aus nächster Nähe beobachtet, schon auf:

Warum lädt die DB exclusiv nur Politiker der CSU zu einem Ortstermin auf
der Muna ein? Vielleicht weil sie sich ihrer Unterstützung gewiss sein
kann und sich weitere politische Interventionen pro ihrem Vorhaben
erhofft, was ja seitens der CSU schon passiert sein soll. Mir fehlt hier
die Vielfalt unter den geladenen Gäste, von neutraler Presse ganz zu
schweigen.

Warum werden in diesem Artikel Unwahrheiten zur Beruhigung der
Bevölkerung wie „Chemische Kampfstoffe seien auf Muna-Nord
unwahrscheinlich.“ öffentlich ausgesprochen? Die ganze Muna ist voller
extrem gefährlicher Kampfstoffe! Und zwar Senfgas alias Lost im
Sarkophag, den die DB ja nicht räumen, aber ihre Gleise bis zu 40m an
ihn heranbauen will. Splitterbomben etc. beunruhigen mich viel weniger,
als ein bei Bauarbeiten oder später durch Erschütterungen beschädigter
Sarkophag, aus dem dann der Tod austritt und in Wendelstein, Feucht und
Nürnberg an die Türen klopft.

Warum tätigt Herr Volker Bauer abwertende Aussagen über die Natur auf
der Muna und stützt sich dabei auf angebliche definitive Aussagen des
bayrischen Umweltministeriums? Bis zu den neuerlichen Untersuchungen der
DB auf der Muna haben die Bürgerinitiativen stets die Auskunft von der
BIMA erhalten, es lägen keine Gutachten vor. Hat die BIMA uns angelogen
und das bürgerliche Recht im Umweltinformationsgesetz, nach dem
staatliche Stellen ihren Bürgern zur Aufkunft in Umweltfragen
verpflichtet sind, mit Füßen getreten? Das hoffe ich nicht!

Wer zeichnet für diesen Artikel verantwortlich? db= Deutsche Bahn? Wohl
kaum ein seriöser Journalist! Denn der hätte gründlich die Sachverhalte
von allen Seiten beleuchtet und Meinungsmache in der Bevölkerung pro DB
und Muna wären so nicht passiert. Ich bitte um Aufklärung!

Abschließend gebe ich sehr gerne meine Meinung zur Muna preis:

Ja, der Muna-Wald (und auch meist der gesamte Wald unserer Region) ist
vielleicht nicht durchgehend der qualitativ beste Wald, den es geben
könnte. Aber er ist Teil unseres spärlich verbliebenen Bannwalds, dem
dieser Status aus gutem Grund eingerichtet wurde, nämlich um uns vor
Emissionen des starken Verkehrs rund um Nürnberg und vor der Hitze, die
eine an Grünflächen arme Großstadt ausstrahlt zu schützen. Einen anderen
Wald haben wir nicht, weil leider die bayrische Staatsregierung eine
klimaresistente zeitige Aufforstung zu einem noch effizienteren
Mischwald seit Jahrzehnten versäumt hat. Nun müssen wir eben im bereits
fortgeschrittenen Klimawandel darauf hoffen, dass uns unsere
Steckerlaswälder trotzdem schützen und wir es in ihrem Schutz noch
schaffen, neue gesunde Waldstrukturen zu pflanzen. Denn: Jeder Wald ist
besser als Asphalt!

Sabine Kronmeister

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