Der Leserbrief ging m 18.10.2022 gleichlautend an ST, Boten und NN.

Die DB feiert sich derzeit selbst mit ganzseitigen Anzeigen in überregionalen Zeitungen und einem Filmchen im Internet unter dem Slogan #StandUpForTheClimate. Ob das Auf-den-Tisch-steigen dafür die angemessene Geste ist, oder inhaltsloser Klamauk, möge jeder für sich selbst bewerten.

Geradezu paradox mutet die Aktion dann aber im Bezug auf den geplanten Bau des ICE-Werks an. Hierzu müsste die DB eine riesige Fläche geschützten Waldes vernichten! Ein Beitrag zum Klimaschutz soll das sein? Ist das Zerstören des natürlichen Lebensraums von Tieren und Pflanzen oder des Naherholungsgebiets für uns Menschen, das Vertreiben oder Töten geschützter Tierarten „gut“ für den Klimaschutz? Nein, es dient lediglich dazu, dass eine kleine Anzahl von Menschen mehr Zugverbindungen zur Auswahl hat. Und die DB erhofft sich höheren Profit. Den Preis dafür müssten wir alle, die wir hier leben, bezahlen.Es ist unstrittig, dass der Wald eine wichtige Funktion für den Klimaschutz Nürnbergs und der Umgebung hat. Ebenso unstrittig ist, dass der Klimawandel hier bei uns angekommen ist und wir den Wald dringender denn je brauchen. Richtig ist zwar auch, dass Deutschland nur einen relativ kleinen Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß hat. Aber dieser ist trotzdem (zu) groß. Und, aufgemerkt: Jeder Fehler, der hier bei uns gemacht wird, wirkt sich auch hier bei uns aus. Und zwar direkt und schnell.Deshalb würde ein ICE-Werk in Harrlach, im Muna-Gelände oder am Jägersee viel mehr und kaum mehr korrigierbare Schäden anrichten, als Nutzen stiften. Das wäre genau das Gegenteil von Klimaschutz. Die DB muss sich endlich Gedanken über einen besser geeigneten Standort machen.

Besten Dank und freundlicher Gruß aus Wendelstein
Andreas Teichert

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